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Ja, die Museumsinsel ist ein absolutes Muss für Geschichts- und Kunstliebhaber. Wenn Sie jedoch nur einen Tag in Berlin haben oder sich nicht für antike Kunst interessieren, ist Ihre Zeit (und Ihr Geld) anderswo wahrscheinlich besser investiert. Es ist nicht ohne Grund UNESCO-Welterbe, erfordert aber viel Ausdauer.
Berlin hat über 170 Museen, aber das unbestrittene Kronjuwel ist die Museumsinsel. Dieses weltweit einzigartige Ensemble aus fünf Museen liegt mitten in der Spree und zieht jährlich Millionen Besucher an.
Doch bei Ticketpreisen von bis zu 19 € und einem enormen Zeitaufwand stellt sich die Frage: Lohnt sich der Besuch für Sie? Hier ist meine ehrliche Einschätzung als jemand, der schon viele Stunden in diesen Hallen verbracht hat.
Die Museumsinsel ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Gebäuden; sie ist ein steinernes Manifest der Aufklärung. Gelegen an der nördlichen Spitze der Spreeinsel, besteht dieses UNESCO-Welterbe aus fünf eigenständigen Museen, die zwischen 1824 und 1930 errichtet wurden. Jedes Gebäude erzählt seine eigene architektonische Geschichte und spiegelt die Entwicklung des Museumswesens über mehr als ein Jahrhundert wider.
König Friedrich Wilhelm III. wollte mit der Insel ein "Heiligtum für Kunst und Wissenschaft" schaffen. Heute ist sie einer der bedeutendsten Museumskomplexe der Welt, oft in einem Atemzug mit dem Louvre in Paris oder dem British Museum in London genannt. Hier ein Blick auf die fünf Säulen der Insel:
Vollendet im Jahr 1830, war dies das erste Museum auf der Insel. Entworfen von Karl Friedrich Schinkel, gilt seine neoklassizistische Fassade mit den 18 ionischen Säulen als Meisterwerk. Im Inneren beherbergt es die Antikensammlung mit griechischer und römischer Kunst. Die Rotunde, dem Pantheon in Rom nachempfunden, ist ein Ort vollkommener Proportionen, der allein den Eintritt wert ist.
Nachdem es im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden war, blieb es jahrzehntelang eine Ruine. Erst 2009 wurde es nach Plänen von David Chipperfield wiedereröffnet. Die Restaurierung ist selbst ein Kunstwerk, das alte Strukturen mit modernem Sichtbeton verbindet. Hier finden Sie das Ägyptische Museum mit der weltberühmten Büste der Nofretete.
Das Gebäude erinnert an einen korinthischen Tempel und widmet sich der Kunst des 19. Jahrhunderts. Es beherbergt eine der wichtigsten Sammlungen französischer Impressionisten (Monet, Renoir) außerhalb Frankreichs sowie die emotionalen Landschaften von Caspar David Friedrich. Wer Romantik und Realismus liebt, wird hier glücklich.
An der Spitze der Insel gelegen und erkennbar an seiner markanten Kuppel, zeigt das Bode-Museum Skulpturen vom frühen Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert sowie byzantinische Kunst. Auch das Münzkabinett mit einer der weltweit größten Sammlungen ist hier untergebracht.
Das "Schwergewicht" der Insel. Es zeigt monumentale Architekturrekonstruktionen in Originalgröße, wie das Ischtar-Tor von Babylon oder das Markttor von Milet. Wichtiger Hinweis: Der Saal mit dem Pergamonaltar ist wegen umfangreicher Sanierungen bis voraussichtlich 2027 geschlossen.
Für viele Berlin-Besucher ist die Museumsinsel der absolute Höhepunkt. Warum?
Trotz des Ruhms kann die Museumsinsel anstrengend sein. Hier sind die ehrlichen Schattenseiten:
Die Geschichtsfans: Wer Dokus über das alte Ägypten oder Rom liebt, wird hier glücklich. Die Sammlung ist weltweit unerreicht.
Die Architektur-Liebhaber: Das Zusammenspiel von Alt und Neu (Stichwort James-Simon-Galerie) ist faszinierend.
Die Wetter-Optimierer: Wenn CheckWetter.de einen eiskalten Regentag im Februar vorhersagt, ist die Insel die beste Zuflucht der Stadt.
Mein Tipp: Das "Zwei-Museen-Limit". Suchen Sie sich zwei Häuser aus und genießen Sie diese intensiv. Meine Empfehlung: Das Neue Museum (wegen Nofretete) und die Alte Nationalgalerie (wegen der Atmosphäre).
Timing-Tipp: Seien Sie um 10:00 Uhr zur Öffnung da. Sehen Sie das Haupthighlight Ihres ersten Museums, bevor die großen Gruppen kommen, machen Sie eine Kaffeepause am Kupfergraben und gehen Sie danach ins zweite Museum.
Wählen Sie das Neue Museum. Die Kombination aus moderner Architektur von David Chipperfield und der Nofretete ist das intensivste Erlebnis in kurzer Zeit. Zweite Option: Einfach nur von außen spazieren gehen – die Fassaden sind kostenlos und wunderschön!
Die Museumsinsel lohnt sich, wenn man sie nicht als To-Do-Liste betrachtet. Sie ist ein Ort zum Entschleunigen. Wer bereit ist, sich einen halben Tag Zeit zu nehmen und die Architektur zu genießen, wird reich belohnt. Wer nur ein schnelles Selfie will: Der Außenbereich ist kostenlos und fast genauso schön.
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