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Berlin ist eine riesige, sich ständig verändernde Stadt, die sich über fast 900 Quadratkilometer erstreckt – neunmal so groß wie Paris. Für Erstbesucher kann dieser Umfang einschüchternd wirken. Wenn man jedoch erst einmal den Rhythmus des Verkehrs verstanden hat, wird man feststellen, dass Berlin eines der effizientesten, zuverlässigsten und preiswertesten öffentlichen Verkehrsnetze Europas besitzt.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die beste Art, sich in Berlin fortzubewegen – von den ikonischen gelben U-Bahnen bis hin zu den malerischen Flussfähren. Egal, ob Sie als digitaler Nomade einen Monat bleiben oder als Tourist eine 48-stündige Blitzreise unternehmen: Unsere Experten-Tipps stellen sicher, dass Sie sich in der Hauptstadt sicher bewegen und die typischen Fehler vermeiden, die zu hohen Bußgeldern führen können.
Der Berliner Nahverkehr ist ein reibungsloses Zusammenspiel von fünf Hauptverkehrsmitteln. Das System wird von der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) und der Deutschen Bahn (S-Bahn) betrieben und basiert auf einem einheitlichen Tarifsystem. Das bedeutet: Ein Ticket gilt für alles.
Die U-Bahn besteht aus 9 Linien und über 170 Bahnhöfen. Erkennbar an den leuchtend blauen „U“-Schildern, bilden die gelben Züge das Herzstück der Innenstadt. Linien wie die U1 und U2 sind bei Touristen besonders beliebt, da sie wichtige Knotenpunkte wie den Wittenbergplatz und den Alexanderplatz anfahren.
Gekennzeichnet durch grüne „S“-Schilder, ist die S-Bahn besser für längere Strecken geeignet. Sie verbindet das Stadtzentrum mit den Außenbezirken und umliegenden Städten wie Potsdam. Die Ringbahn (S41 und S42) ist eine Ringlinie, die die Zone „A“ von Berlin definiert – eine großartige Orientierungshilfe.
Straßenbahnen sind vor allem im Osten der Stadt zu finden und eignen sich perfekt für Wege innerhalb von Kiezen wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Metrotrams (mit einem „M“ gekennzeichnet) verkehren rund um die Uhr.
Berlins Busnetz ist dicht geknüpft. Für Besichtigungen sind die Linien 100 und 200 legendär. Es sind normale Linienbusse, deren Route an fast jeder wichtigen Sehenswürdigkeit in der Mitte Berlins vorbeiführt – vom Reichstag bis zum Fernsehturm – und so eine „gratis“ Stadtrundfahrt bieten.
Ja, Berlin hat öffentliche Fähren! Es gibt sechs Linien, meist im Südosten (Treptow-Köpenick) und Südwesten (Wannsee). Die Fähre F10 über den Wannsee ist eine wunderbare Möglichkeit, den Standard-Fahrschein für eine kleine Mini-Kreuzfahrt zu nutzen.
Das Verständnis der Berliner Tarifzonen ist entscheidend, um Bußgelder zu vermeiden. Berlin ist in drei konzentrische Zonen unterteilt:
| Ticket-Typ | Gültigkeit | Am besten für |
|---|---|---|
| Einzelfahrschein (AB) | 2 Stunden (eine Richtung) | Eine einfache Fahrt durch die Innenstadt. |
| Kurzstrecke | 3 Stationen (S/U-Bahn) | Kurze Wege innerhalb eines Kiezes. |
| 24-Stunden-Karte | 24h ab Entwertung | Intensive Sightseeing-Tage. |
| Berlin WelcomeCard | 48h bis 6 Tage | Touristen, die Museen und Attraktionen besuchen. |
| 7-Tage-Karte | 7 aufeinanderfolgende Tage | Geschäftsreisende oder längere Aufenthalte. |
Ein Ticket zu kaufen, ist nur die halbe Miete. Sofern Sie kein digitales Ticket in der BVG-App nutzen, müssen Sie Ihr Papierticket entwerten. Nutzen Sie dazu die kleinen gelben oder roten Kästen auf den Bahnsteigen oder in Bussen/Straßenbahnen. Ein nicht entwertetes Ticket gilt als Schwarzfahren und führt zu einem Bußgeld von 60 €.
Wenn Sie zum ersten Mal hier sind, ist die Berlin WelcomeCard oft die beste Wahl. Sie deckt den gesamten Transport ab und bietet massive Rabatte beim Fernsehturm, auf der Museumsinsel und im DDR-Museum. Nutzen Sie S- und U-Bahn für die Schnelligkeit, aber fahren Sie tagsüber mindestens einmal mit dem 100er Bus für die Aussicht.
Verzichten Sie auf Uber und nutzen Sie die 24-Stunden-Karte. Wenn Sie in einer Gruppe reisen (bis zu 5 Personen), ist die 24-Stunden-Gruppenkarte unschlagbar günstig. Zudem sind viele Sehenswürdigkeiten in Mitte (wie Checkpoint Charlie und Topographie des Terrors) gut zu Fuß erreichbar.
Berlin ist kinderwagenfreundlich. Fast jede S- und U-Bahn-Station hat einen Fahrstuhl. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos, und Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen einen ermäßigten Tarif. Eine 24-Stunden-Gruppenkarte ist für Familien meist am wirtschaftlichsten.
Für 1–3 Tage sind Tageskarten oder die WelcomeCard ideal. Bei einer Woche oder länger ist die 7-Tage-Karte oder das Deutschlandticket (falls Sie auch über Berlin hinaus reisen wollen) die beste Wahl.
Berlin ist flach und bietet über 600 km Radwege. Es ist vermutlich die beste Art, den Charakter der Stadt zu erleben. Sie können Räder in Läden für ca. 12 €/Tag mieten oder Sharing-Apps wie Nextbike nutzen.
Mitte lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Sie können Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal und Tiergarten an einem Nachmittag besuchen. Versuchen Sie jedoch nie, zwischen Stadtteilen (z.B. Mitte nach Kreuzberg) zu laufen – nutzen Sie das Rad oder die U-Bahn.
Taxistände finden Sie an großen Bahnhöfen. Apps wie Uber und Bolt sind weit verbreitet, aber FreeNow ist die beliebteste europäische App in Berlin, da man dort sowohl Privatwagen als auch offizielle Taxis buchen kann.
E-Scooter (Lime, Voi, Tier) stehen überall. Sie machen Spaß auf kurzen Strecken, können aber teuer werden. Im Carsharing sind Miles und ShareNow führend. Miles ist besonders, da nach Kilometern abgerechnet wird – perfekt bei Berliner Staus.
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) liegt in der Zone C. Sie haben drei Hauptoptionen:
Hinweis: Sie benötigen ein ABC-Ticket. Wenn Sie bereits einen AB-Pass haben, kaufen Sie einen „Anschlussfahrschein“ für die Zone C.
Am günstigsten ist es zu Fuß oder mit einer 24-Stunden-Karte. Ab drei Fahrten am Tag rechnet sich die Tageskarte bereits.
Ja. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag fahren S- und U-Bahn durchgehend. Unter der Woche übernehmen Nachtbusse (N-Linien) die Versorgung.
In den meisten Straßenbahnen gibt es Automaten, die Karten akzeptieren. In Bussen können Sie meist per Karte oder App zahlen. Dennoch ist das Papierticket weiterhin Standard.
Berlins Verkehrssystem ist für Menschen gemacht, nicht für Autos. Wenn Sie die Zonen kennen, Ihre Tickets entwerten und die BVG-App nutzen, wird die Fortbewegung in Berlin zum einfachsten Teil Ihrer Reise. Ob Sie mit der Fähre über die Spree gleiten oder mit der U-Bahn durch Mitte flitzen – die Stadt gehört Ihnen.
Bereit für die Sehenswürdigkeiten? Planen Sie Ihre Route, entwerten Sie Ihr Ticket und genießen Sie die Fahrt! Für weitere Reisetipps und aktuelle Wetterberichte schauen Sie regelmäßig auf CheckWetter.de vorbei.
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